Verklungen

Christopher Wurmdobler | Stadtleben | aus FALTER 19/07 vom 09.05.2007

KUNST Ausgerechnet in Hernals steht seit fünf Jahren Europas größte Klangskulptur. Und keiner kann sie mehr hören.

Die Spatzen brüllen am Dornerplatz, einem von niedrigen Häusern umgrenzten Platz mit starkem Gefälle, welken Bäumchen, Rankhilfen aus Nirosta, vandalismusresistenter Möblierung und blau lackierten Metalltafeln - Kunst im öffentlichen Raum. Eigentlich sollte man hier "Radio Multikulti" hören, den Ton von Sendern wie CNN, UBN Saudi Arabien oder Arte. Alles sollte sich zu einem großen Rauschen vermischen, zumindest, wenn man sich den blauen Stahlplatten nähert. Doch seit Monaten bleiben die 14 Meter hohen, in einer Ellipse aufgestellten Tafeln mitten in Hernals still. Ende 2001 ging das Kunstwerk der Klangkünstler Sha und GTT auf einer neuen Tiefgarage in Betrieb. Nun ist Europas größte Klangskulptur verklungen - und die meisten sind darüber nicht traurig.

Etwas lief schief beim schiefen Platz von Hernals. Vor den Tiefgaragenplätzen, die man schon Kilometer entfernt

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