Endstation Komposthaufen

Politik | Herwig G. Höller | aus FALTER 19/07 vom 09.05.2007

DORFPOLITIK Steirische Dorf- und Stadtkaiser biegen allzu gerne das Baurecht. Im Fall Bad Aussee ermittelt nun die Kriminalpolizei.

Seit der letzten Gemeinderatssitzung gibt es ihn und er führt von einem Holzzaun zu einem gemauerten Komposthaufen: Die Rede ist von einem zwanzig Meter langen und einem Meter breiten Landstreifen, den der Gemeinderat von Bad Aussee kürzlich zu einem "öffentlichen Interessentenweg" erklärt hat. "Ein Niemandsweg", meint eine Mitarbeiterin der Landesregierung. "Angeblich muss man sich da einfliegen lassen, damit man dort spazieren kann", scherzt ein Landesbeamter, der noch nie von einem vergleichbaren Fall gehört hat: "Das ist eine Groteske!"

Begonnen hat alles 1968, mit einer neuen Bauordnung. Der steirische Gesetzgeber sieht seither zwingende Minimalabstände zwischen Neubauten und Grundstücksgrenzen vor. Pech für den Unternehmer Walter Machart, zufällig auch SP-Finanzreferent der Stadtgemeinde Bad Aussee, der 2001 das bescheidene Elternhaus in Richtung


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