Wenn Mütter weinen

Stadtleben | Norbert Mappes-Niediek | aus FALTER 20/07 vom 16.05.2007

MUTTERTAG "Heintje", der Mann, dem sie nicht erlaubten, erwachsen zu werden, hat es schließlich doch geschafft. Eine Begegnung mit Hein Simons in der österreichischen Provinz.

Tage der Jugend vergehen", schmettert ein schöner Bariton ins Festzelt vorm XXXLutz, dem Einrichtungshaus für den kleinen Geldbeutel: "Schnell wird der Jüngling ein Mann." Nun ja, schnell. Hein Simons wird im August 52, und man kann ihm nicht nachsagen, dass er das irgendwie vergessen machen wollte. Ein Bild von einem Mann - fester Händedruck, eine volle, tiefe Stimme, ein Gesicht mit vielen Falten und viel Charakter. Aber ganz Lieboch und Umgebung hängt voll mit Plakaten, die einen gewissen "Heintje" ankündigen und dazu das Gesicht eines lachenden Zwölfjährigen zeigen. Heintje bleibt eben Heintje. "Auf diesen Tag habe ich vierzig Jahre gewartet", sagen all die Frauen, die sich nach dem Konzert mit ihm fotografieren lassen wollen. Eine hört sich den Satz von der anderen ab. Es war ein so genanntes Muttertagskonzert.


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