"Es artet immer aus"

Stadtleben | Thomas Wolkinger | aus FALTER 20/07 vom 16.05.2007

STADTMENSCH Der Comiczeichner, C64-Komponist und Thereminmusiker Martin Schemitsch hat sich den kreativwirtschaftlichen Traum von der Selbstständigkeit erfüllt. Seither ist er das "Martinland".

Martin Schemitsch hat ein gespaltenes Verhältnis zur Zeit. Seit Jahren schon schreibt er sein Leben, alle Termine, alle Pläne auf einen gewöhnlichen Libro-Jahreskalender, der in jede Brieftasche passt. Sobald die Pläne umgesetzt oder verworfen sind, löscht er sie mit dicken, schwarzen Strichen und Krakeln wieder aus. "Das ist dann erledigt", sagt er. Und am Ende des Jahres ist aus der schönen, kreativen Lebensplanung, aus Kinoabenden, Abgabeterminen für 3D-Animationen, Auftritten mit dem Theremin, aus all dem, was Martin Schemitsch eben so macht, eine mysteriöse, pechschwarze Kritzelwüste geworden.

Ein kreativwirtschaftlicher Alptraum, der persönliche Geschichte unlesbar macht. Letztes Jahr wollte der studierte Mathematiker diesen schleichenden Identitätsverlust nicht länger hinnehmen,


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