Schaut euch um, lauter Juden!

Politik | Ruth Beckermann | aus FALTER 20/07 vom 16.05.2007

ESSAY Es gibt keinen Kern "des Judentums" in Europa, sondern viele jüdische Lebenswelten. Eine Antwort auf Isolde Charim.

Jeder hat Anrecht auf sein persönliches jüdisches Trauma. Daher illustrieren viele vor allem von säkularen Juden verfasste Texte ganz spezifische Beziehungen der Autoren zu ihrem Judentum.

Alle schreiben über sich, Isolde Charim schrieb vorvergangene Woche im Falter ("Was ist jüdisch?") über alle anderen. Dabei macht sie drei fatale Fehler: Sie zitiert falsch, sie präsentiert die eigene Befindlichkeit in Form einer soziologischen Studie und sie maßt sich an, die Essenz, "den Kern" des Judentums gefunden zu haben.

Charim legt mir die Feststellung in den Mund, die dritte Generation könne ihre Identität nicht mehr aus der Shoah beziehen und rekurriere deshalb auf Tradition. Dagegen setzt sie die falsche Behauptung, die Entwicklung des europäischen Judentums würde "einen Verlauf, jenseits' von Shoah und Tradition" nehmen. Es würde sich zu einem von Riten, Bräuchen,


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