Expertin Rosa Logar

"Nur ein bissl gedrückt"

Politik | aus FALTER 20/07 vom 16.05.2007

1978, eine Gruppe junger, engagierter Frauen, eine Dozentin der Sozialakademie und die rote Gemeinderätin Johanna Dohnal brechen ein Tabu: Sie bauen das erste Frauenhaus des Landes in Wien auf. Rosa Logar ist eine von ihnen. Die diplomierte Sozialarbeiterin ist danach lange im Frauenhaus tätig. Mitte der Neunziger arbeitet die heute 49-Jährige an der Erstellung des Gewaltschutzgesetzes mit und leitet seit 1997 die Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie. Mit dem Falter sprach sie über den Alltag im Kampf gegen prügelnde Männer.

Falter: Frau Logar, erklären Sie einmal: Wie schaut eine "türkische Umarmung" aus?

Rosa Logar: Damit meinen manche eine Körperverletzung, die zustande kommt, wenn man jemanden auf den Boden drückt und unten hält.

Ein österreichischer Richter sprach einen Mann frei, der seine verletzte Frau auf dem Boden festhielt - und nannte das eine "türkische Umarmung". Ist eine derartige Haltung in der Justiz weit verbreitet?

Man darf nicht pauschalisieren,


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