Buch der Stunde

Wie Vase leer

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 20/07 vom 16.05.2007

Für die Wiederentdeckung großer angloamerikanischer Säuferliteratur aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts stehen die Zeichen derzeit sehr günstig. Nach dem Engländer Patrick Hamilton ("Hangover Square") und dem Amerikaner Richard Yates ("Easter Parade") ist nun dessen Landsmann John O'Hara (1905-1970) mit dem 1934 im Original erschienenen und seinerzeit von Ernest Hemingway und Scott Fitzgerald gepriesenen Roman "Begegnung in Samarra" an der Reihe. Als Vorbild diente dem Autor die eigene Geburtsstadt Pottsville, Pennsylvania: Gibbsville zählt zum Zeitpunkt der Handlung, Weihnachten 1930, keine 25.000 Einwohner. Es ist zwar nicht die 60ies-Suburbia, die Richard Yates in "Zeiten des Aufruhrs" beschreibt, aber das Setting ist dem aus Yates' fast drei Jahrzehnte später erschienenem Debüt nicht unähnlich. Auch hier steht ein junges Ehepaar im Mittelpunkt, das versucht, seinen gesellschaftlichen und ökonomischen Status zu behaupten (es herrscht Wirtschaftskrise) und daneben noch etwas


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