Draußen vor der Tür

Stadtleben | Martina Stemmer | aus FALTER 20/07 vom 16.05.2007

SZENE Sie sind immer dort, wo's am meisten weh tut: Wiens Türsteher bewachen nicht nur Clubeingänge, sie schlichten Wickel, verhindern Taschendiebstähle und streiten sich mit Besoffenen rum. Manche spielen auch ganz gerne Gott.

Der Mann verbringt fast mehr Zeit vor dem Richter als am Arbeitsplatz. Das nervt, aber irgendwie hat er sich daran gewöhnt. "Es gehört halt dazu", sagt Özkan Alldirmz achselzuckend, "da ist nichts dabei." Seit zehn Jahren steht der 32-Jährige vor dem Eingang zum Flex. Und wird regelmäßig von Gästen, die behaupten, völlig zu Unrecht aus dem Lokal befördert worden zu sein, vor den Kadi gezerrt. Oder er erwischt jemanden beim Dealen im Lokal und das Gericht lädt ihn als Zeuge vor. Die Stunden, die er dafür aufwendet, bekommt Alldirmz immerhin bezahlt: Gerichtszeit ist Arbeitszeit.

Es gibt schlimmere Jobs, als im und vor dem Musiklokal am Kanal drauf zu schauen, dass niemand Gäste anpöbelt, Drogen vercheckt, Frauen bedrängt oder Geldbörsen klaut, das


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