Abseits der Strafkolonie

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 20/07 vom 16.05.2007

STADTMENSCH Hamid Ajoudan ist promovierter Politikwissenschaftler und Experte für Erholungsoasen inmitten von Konsumhöllen.

Mitunter entscheiden Kleinigkeiten über den Lauf eines Lebens, etwa ein Mensamenü und eine Sekunde ehrlichen Erstaunens. "Ein zweitklassiges Essen in der Kantine!", ruft Hamid Ajoudan aus. Er schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Ajoudan kam 1975 zu Studienzwecken aus Teheran nach Österreich; aus einer modernen, aufgeschlossenen Millionenmetropole kam er ins stockkonservative Graz. Das Vorhaben lautete damals: die Welt erobern, Paris, London, zumindest aber Berlin. Unmittelbar vor Reiseantritt nach Deutschland wollte Ajoudan, heute 53, der Hauptstadt einen Besuch abstatten, der Vollständigkeit halber: "Ich dachte mir: ein Österreich-Aufenthalt, ohne Wien gesehen zu haben - unmöglich." In der Mensa, beim Mittagstisch, lernte er einige Perser kennen. Es war ein angenehmer Nachmittag in angenehmer Gesellschaft in einer angenehmen Stadt. "Das war der Todesstoß",


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