Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 21/07 vom 23.05.2007

Herbert Hrachovec ist kein vorschnell formulierender Philosoph. Wenn einem mit Bedacht Sprechenden wie ihm einmal sichtlich die Galle überläuft, dann muss der Anlass eine besondere Provokation darstellen. In der Tat war die Bestellung von Kurt Krenn zum Wiener Weihbischof eine und Krenn tat, was er konnte, um die Provokation zu schüren.

Hrachovec: "Unzeitgemäß zu sein ist nicht verächtlich, die Verbreitung dogmatischer und moraltheologischer Anachronismen allein ist nicht der Stein des Anstoßes. Die zwielichtige Vermischung unverschämter institutioneller Machtausübung mit rhetorischer Abwiegelung gerade der Ideologie, die diese Machtausübung insgeheim und öffentlich befördert, ist der Skandal., Das ist eigentlich die große Herausforderung zur Liebe, die ich auf mich nehmen will und die Sie bitte auch auf sich nehmen wollen'. Das Fait accompli eines zentralistisch verordneten Vorstoßes gegen Mitbestimmung in der Kirche wird in brüderlicher Liebe ertränkt wie eine Zwetschke im Rumtopf. Es ist nur allzu klar, wer hier der große Bruder ist und ab der ersten Woche nach der Amtseinführung Budget, Disziplin und Karrieren seiner Untergebenen reglementieren wird. Was sie, bitte auf sich nehmen wollen'. Das ist die subalterne Diktatur der Episkopalkanzlei, Pastoralzombies, die sich vom Schuldbewusstsein ihrer Schützlinge ernähren und dabei eifrig in den Medien gezeigt werden. So leicht hatten es die Redakteure schon lange nicht, mit ganz naiven Fragen sensationelle Resultate zu erzielen. Mittlerweile wissen wir ganz gut, was Krenn über Vorgänge im Schlafzimmer denkt, man muss sich nur einmal vorstellen, was noch bevorsteht, wenn er auf Truppenübungsplätze oder die Galerie nächst St. Stephan zu sprechen kommt." Düsteres Schlusswort: "Eine Gestalt ist aus dem Dunkel getreten, um die Diözese Wien zu beschatten. Ein Zeichen für alles, was Gott an uns vertan hat." A.T.


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