Die neue Kampfzone

Politik | Sibylle Hamann | aus FALTER 21/07 vom 23.05.2007

Essay Wie wurde der Feminismus verlacht und diffamiert - doch er hat die Gesellschaft grundlegend verändert. Nun müssen auch die Aufgaben zwischen Männern und Frauen völlig neu verteilt werden - vor allem in den Familien.

Wie eine Feministin ausschaut, weiß jeder. Streichholzfrisur, Henna, Walleröcke aus den Achtzigern, flache Schuhe. Redet zu viel und immer dasselbe. Humorlos, penetrant, mühsam, nervt. Definitiv unsexy. Meistens ein paar Jahre zu alt. Wahrscheinlich neidig, weil alle anderen einen Mann haben, bloß sie hat keinen abgekriegt.

Eigentlich seltsam, wie allgegenwärtig das Klischeebild von der verhärmten, frustrierten Feministin seit dreißig Jahren ist - ohne dass man ein Exemplar der Spezies oft zu Gesicht bekäme. Nicht einmal Alice Schwarzer, die Oberhexe, hält, was ihr Ruf verspricht. Kaum erlebt man die aus der Nähe, ist man baff: Da steht eine sprühende, schlagfertige Frau, die schon einiges erlebt hat, sicher viel Spaß hat, schöner ist als die meisten ihrer


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