Viele Wege zum Propheten

Maya Mckechneay | Kultur | aus FALTER 21/07 vom 23.05.2007

FILM Religion und Straßenparty: In "Children of the Prophet" begleitet die Wiener Dokumentarfilmerin Sudabeh Mortezai einige Bewohner Teherans durch die schiitische Moharramfeier.

Der kleine, mit Teppichen ausgelegte Betraum hallt von Klagen wider: Ein Dutzend dunkel gekleideter Männer wiegt sich im Sprechgesang, einige schluchzen, andere schlagen sich mit der flachen Hand auf die Brust. Ein paar Szenen später, und die Stimmung in der Moschee hat sich geändert: Nun fläzen ein paar Jüngere aus der Gruppe am Boden, trinken Tee und zeigen sich gegenseitig ihre Handydisplays: "Lass sehen, das Bild mit dem Hut!", sagt einer auf Persisch. "Auf dem schaust du ehrlich aus wie ein Trottel."

Zwei Momente aus Sudabeh Mortezais erstem abendfüllendem Dokumentarfilm, "Children of the Prophet", der eine Handvoll Teheranerinnen und Teheraner aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten durch eine der größten schiitischen Festlichkeiten begleitet: Zehn Tage dauert Moharram und gipfelt in den Prozessionen

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