Kritik kurz

Kultur, FALTER 21/07 vom 23.05.2007

Moby Dick Auf einmal wird es ganz still im Theatersaal, kein Handy wird mehr auf- und zugeklappt, keiner wetzt mehr auf seinem Sessel herum: Es geht einem Wal an den Kragen. Die tapferen Seeleute in ihrem kleinen Fangboot sehen, wie der getroffene Wal eine Fontäne aus Blut ausstößt, mittendrin der Schiffsjunge Ismael, der seine Abenteuer auf einem Walfangschiff und die Geschichte von Moby Dick seinem jungen Publikum (empfohlen ab elf) erzählt. Äußerst lebendig und abwechslungsreich ist diese Adaption von Hermann Melvilles berühmtem Roman geraten. Die drei Herren auf der Bühne (Michael Habelitz, Uwe Schade und Heino Sellhorn) gehen mit einfachen Mitteln, die große Effekte erlauben, ans Werk. Mit Cello und Kontrabass werden Stimmungen auf hoher See lebendig, in den Text sind auch für Erwachsene interessante zoologische, geografische und andere längst vergessene Fakten verwoben. Die Sinnlosigkeit der persönlichen Rache von Kapitän Ahab an dem legendären Riesentier wird in der

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