Festwochen-Tagebuch (2)

Darf man mitlachen?

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 21/07 vom 23.05.2007

Während der Wiener Festwochen befindet sich der Theaterredakteur im Ausnahmezustand. Frau und Kind bekommen ihn selten zu Gesicht, die Kollegen in der Redaktion fast nie. Einziges Lebenszeichen sind die zwischen den Aufführungen flüchtig notierten Eintragungen in sein Festwochen-Tagebuch.

Dienstag, 15. Mai: Liebes Tagebuch! Wie du ja weißt, mag ich Graz sehr. Neben Wolfi Bauer und Werner Schwab, dem Steirischen Herbst (Festival und Jahreszeit) und dem steirischen Bier spricht nicht zuletzt auch das Theater im Bahnhof stark für diese Stadt. Die Truppe stellt sich praktisch in jeder Produktion einer neuen Herausforderung, und trotzdem kommt dabei meistens keine anstrengende Schlaumeierkunst heraus, sondern intelligentes zeitgenössisches Theater, das auch noch sehr komisch ist. Aber ich muss zugeben: Wer das Theater im Bahnhof nur von den Wiener Festwochen kennt, wird mir das nicht ganz glauben. Wie "Wallisch Wandern" (2004) ist auch die zweite Festwochenproduktion des TiB ziemlich verkrampft

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