Film

Tief, tiefer, Untiefe

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 21/07 vom 23.05.2007

Man kann mit Fug und Recht behaupten: Der Piratenfilm ist tot. Denn "Pirates of the Caribbean" ist nicht die Renaissance des Genres, sondern ein buntes, geistloses Durcheinander, das die Versatzstücke - der gute und der böse Pirat, die hübsche Gouverneurstochter, der ehrliche Liebhaber - versammelt, kräftig durchrüttelt und irgendwie wieder zusammenbastelt." So streng sind wir vor einem Jahr an dieser Stelle anlässlich des zweiten Teils mit der Piratenspektakeltrilogie ins Gericht gegangen, und angesichts von "Pirates of the Caribbean 3: At World's End" besteht kein Grund zur Begnadigung. Denn natürlich haben Jerry Bruckheimer und Regieexekutor Gore Verbinski auch zum Abschluss keine Untiefen gescheut, um den Figuren und einer ohnehin nur rudimentär vorhandenen Handlung den letzten Lebenssaft auszupressen: Der pochende Schatz des qualligen Piraten, bis zum großen Finale begehrt und gejagt, verschlägt alle irgendwie Beteiligten zu einem als Ende der Welt dienenden Wasserfall, Johnny Depp, traurige Karikatur, tingelt halluzinierend und digital vervielfacht durch die Schauplätze, Hongkong-Star Chow Yun-Fat spielt einen bösen Asiatenpiraten und Orlando Bloom schenkt Keira Knightley sein Herz. Der einzige authentisch wirkende Mensch an Bord ist deshalb Keith Richards: Saufen und blöd reden konnte der nämlich schon immer.

Ab 23.5. in den Kinos (OF in Artis

und Burg).


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