Fragen Sie Frau Andrea

Der Fischmarkt

Stadtleben | aus FALTER 21/07 vom 23.05.2007

Liebe Frau Andrea,

neulich habe ich Otto Schellmann über sein Brückenbauprojekt Trialto plaudern gelesen. Dabei hat er, so entsinne ich mich, erwähnt, aus dem zweiten Bezirk zu stammen, wo er als Kind an der Stelle des geplanten Brückenkomplexes noch den alten Wiener Fischmarkt gekannt habe. Ein Fischmarkt am Donaukanal? Sicher wissen Sie da mehr als ich.

Anja Hausenblas, Favoriten

Liebe Anja,

Sie entsinnen sich sowohl richtig als auch falsch. Bei "Otto" Schellmann handelt es sich um den U4-Erfinder, Stein-Wirt und Summerstager Ossi Schellmann. Der Winzersohn stammt allerdings nicht aus der Leopoldstadt, sondern aus Gumpoldskirchen und dürfte den Fröschen im Marktbach näher gewesen sein als den Huchen im Kanal. Diese widerum waren einer anderen Wiener Szenelegende vertraut, dem Roter-Engel- und First-Floor-Wirt Michael Satke. Der Trialto-Planer kommt tatsächlich aus der Leopoldstadt. Und hat als Kind den Fischmarkt gesehen. Ganz wie Frau Andrea, die auch aus dem zweiten Hieb ist und weiß, dass sich erwähnte ichthyomercantile Einrichtung am stadtseitigen Ufer befand, oberhalb der Salztorbrücke. Wo jetzt ein weißer Pavillon ankert, standen seit dem Mittelalter die Buden der Fischverkäufer. Die eleganten gusseisernen Fischhallen des Zentralen Fischmarkts wurden 1904 eröffnet. Dort habe ich in den Sechzigern als Kind meine ersten richtigen Fische gesehen. Die Treppen, die zu den Fischbehältern im Donaukanal führten, gibt es noch, die Stände selbst wurden 1972 abgerissen.


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