Hinter dem Glamour

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 21/07 vom 23.05.2007

AIDS Beim Life Ball wird diesen Samstag wieder eine Menge Geld gesammelt - vergangenes Jahr war es mehr als eine Million Euro. Für wen amüsieren wir uns eigentlich? Unterwegs mit jenen, die es brauchen.

David S. geht es nicht gut. In seiner winzigen Wohnung liegt er auf dem Sofa und lässt sich von Elisabeth Maurer einen Verband vom Bein wickeln. An den Knöcheln offene Wunden, die nicht heilen wollen, bläulich, bräunlich, weißlich. Jede Berührung bedeutet Schmerz. "Schaut nicht schlecht aus", sagt die Pflegerin. "Musst vorsichtig sein", sagt der Vierzigjährige und zuckt zusammen. "Tut's weh?"

Frühsommersonne bricht an diesem Vormittag durch die Lamellen der heruntergelassenen Jalousien ins Zimmer. Draußen rauscht Durchzugsverkehr, Vögel zwitschern, das Leben halt. Drinnen hat David S. gerade noch Kaffee gekocht und gezuckerte Trüffeln serviert. Der Frühpensionist hat die Unterlage für die tägliche Behandlung vorbereitet und seinen Vorrat an Medikamenten gecheckt. Mullbinden,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige