Steirerbrauch

Stadtleben | aus FALTER 21/07 vom 23.05.2007

SPECHTELN Von dort, wo der Franz in seinem Sachbearbeiterkammerl gsessen ist, hat er einen schönen Blick ghabt. Auf die Dächer der Stadt, auf den Taubenhimmel, auf das Menschengewimmel am Platz. Und auf die langen Beine von der Chefin unterm Schreibtisch. Da hat der Franz gern hingschaut, nur die Beine hat er gsehen, durch die Tür, die die Chefin gern einen Spalt offen lassen hat. Als hätt sie von den Franzblicken gwusst. Als hätt sie die Franzaugen gerne brennen gspürt. Als hätt sie die Franzbrandblicke anziehen wollen, mit dünnen Nylons und Spitzstiefeletten, mit der blass tätowierten Rose am Wadel, mit den zarten Knöchelketterln, die leise Musik gmacht haben, wenn sie zur Antenne gwippt hat. Dem Franz ist dann immer der Kaltschweiß ausbrochen, und hat sich ein kleines Becherl vom Wasserspender holen müssen.


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