Tücke des Objekts

Vorwort | Christian Feest | aus FALTER 22/07 vom 30.05.2007

KOMMENTAR Die Restitution von Kunst hat Grenzen. Man kann auch Amerika nicht den Indianern zurückgeben.

Über Kunstrestitution wurde in Österreich zuletzt im Zusammenhang mit Enteignungen und Notverkäufen unter nationalsozialistischer Herrschaft diskutiert. Die Ausstellung "Benin: Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria" im Museum für Völkerkunde Wien hat nun großes Interesse an den Forderungen aus Afrika, Asien, Australien und Amerika nach der Rückgabe jener Gegenstände geweckt, die sich heute in westlichen Museen befinden. Vertreter des Königs von Benin konnten ihre Forderungen einem überwiegend mitfühlenden Publikum vortragen. Mit der plakativen Darstellung des Einzelfalls ist aber weder dem Verständnis des Einzelfalls noch der gesamten Fragestellung gedient.

Im Zuge der kolonialen Erschließung der Welt durch Europa gelangten zahlreiche Produkte damals ferner Weltregionen in den Westen in die ethnologischen Museen. Manches davon war Kriegsbeute (nach damaliger Auffassung


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