"Ich spiele noch"

Politik | Florian Klenk und Armin Thurnher | aus FALTER 22/07 vom 30.05.2007

GESPRÄCH Helmut Schmidt ist Deutschlands bedeutendster Staatsmann und Herausgeber der "Zeit". Hier spricht er über die düstere Zukunft der Medien, das Drama karrieregeiler Politiker und seine Tragödie, ein gehörloser Musiker zu sein.

Ein Gespräch mit dem 88-jährigen Helmut Schmidt ist eine hochkonzentrierte Übung. Man hört ihn sprechen, ehe er den Raum betritt; dass er sich auf eine Gehhilfe stützt, nimmt man kaum wahr. Er ist einer jener Leute, deren körperliche Größe man im Nachhinein überschätzen würde. Sofort bestimmt er die Lage, weist Plätze an, legt Rollen fest. Sitzt er am Tisch, ruhig, scheinbar in sich versunken, zwingt sein schlechtes Gehör ihn und den Gesprächspartner zu angespannter Aufmerksamkeit. Schmidt muss sich bemühen, jene Teile der Fragen zu ergänzen, die er nicht verstanden hat, der Fragende muss sich prägnant artikulieren, damit nicht ständige Wiederholungen das Gespräch zerstören. Es ist still am Tisch. Das Hörgerät verstärkt jedes Nebengeräusch,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige