Wie ich links wurde, ...

Politik | Andrea Maria Dusl | aus FALTER 22/07 vom 30.05.2007

BEKENNTNIS ...obwohl ich es schon war. Vom Erfinden der Beichten, dem Aufwachsen in unheiligen Zeiten und dem linken Furor gegen Bruno Kreisky.

Wenn ich es recht bedenke, war ich immer schon links. Schon meine Ururgroßeltern sind glühende Linke gewesen. Zu einer Zeit, als das für aufgeklärte Bürgerliche mit viel Geld und Tagesfreizeit eine charmante Folie war. Dieses großbürgerliche Linkssein, das auch Bruno Kreisky ausstrahlte, war bei mir zuhause Religion.

Kein Wunder, dass mein Vater, ein genetischer Slawe mit österreichischer Lackierung, den mütterlichen Familiensozialismus mit katholischer Erziehung zu ersticken versuchte.

Sein Kalkül, mich in die Erziehungskerker der Schulschwesternburg zu werfen, hatte existenzielle Motive: Mein irregeleiteter Vater versprach sich von der Nähe zum Katholizismus die Progression seiner schleppenden Karriere als Kirchenarchitekt. Der Irrtum, in dem er sich befand, wurde erst Jahrzehnte später aufgeklärt: Als Ehemann einer Lutheranerin lebe


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