Coach der Störenfriede

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 22/07 vom 30.05.2007

FILM Richard Linklater kommt nach Wien. Wie aus dem Chronisten der Slacker-Kultur einer der erstaunlichsten zeitgenössischen US-Filmemacher wurde, kann man nun anhand einer Retrospektive nachvollziehen. Man tut sich schwer, in Interviews mit Richard Linklater ein böses Wort über die amerikanische Filmindustrie zu finden. Wenn von Projekten die Rede ist, für die er kein Studio begeistern konnte, oder von Regeln, die er beim Drehen berücksichtigen musste, um sich keine zu hohe Altersbeschränkung einzuhandeln, dann beschreibt der Texaner solche Grenzen des Mainstreambetriebs ganz pragmatisch: wie Naturgesetze, an denen sich kreative Energien nicht unnötig aufreiben sollten. Keine Klage über geänderte Enden oder verstümmelte Meisterwerke. Lieber vergleicht sich der Regisseur, der nach dem Kulterfolg seines zweiten Langfilms "Slacker" (1991) zur Galionsfigur einer Generation eigensinniger Karriereverweigerer erklärt wurde, mit den wendigen Studiohandwerkern des klassischen Hollywood.


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