Schlechte Sichtverhältnisse

Kultur | Maya Mckechneay | aus FALTER 22/07 vom 30.05.2007

FILM Soll man sich das wirklich anschauen? David Lynchs knapp dreistündiger Film "Inland Empire" sieht schlecht aus, hört sich streng an und ist generell eine ziemliche Zumutung - und ein verstörendes Meisterwerk.

Der allgemeinen Wahrnehmung zufolge bemisst sich der Erfolg eines Kinoregisseurs vor allem an der Höhe der Budgets und dem Bekanntheitsgrad seiner Darsteller. Es gibt aber auch eine alternative Erfolgswährung: wie etwa im Fall von Michel Gondry, der nach zwei zumindest einigermaßen stringenten filmischen Erzählungen seiner verschwurbelten Fantasie in "The Science of Sleep" freien Lauf lassen konnte. Oder Claire Denis, deren zuletzt gedrehtes Meisterwerk "L'Intrus" sein Publikum wie ein Dickicht umschließt. Je bekannter diese Filmer sind, umso eigenartiger, experimentierfreudiger und radikaler wagen sie zu sein.

Sieht man David Lynchs jüngsten Film in diesem Licht, muss man daraus den Schluss ziehen, dass sich auch dieser Regisseur am vorläufigen Höhepunkt seiner Laufbahn


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