Mann der Stunde

Prost Vater!


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 22/07 vom 30.05.2007

Der am 4. Juni 1882 in München als Sohn eines Möbeltransportunternehmers zur Welt gekommene Valentin Ludwig Fey gehört zu den wenigen literarischen Größen, die man sich in der klassischen Schriftstellerpose am Schreibtisch oder an der Schreibmaschine nicht vorstellen kann. Dabei hat sein Werk zahlreichere und tiefere Spuren im kollektiven Bewusstsein und Sprachschatz hinterlassen als die meisten seiner zeitgenössischen Kollegen. "Ein Volkssänger, sonst nichts" war er für den Dramatiker Carl Zuckmayer, der ihn zwar - wie auch Bertold Brecht, Arnolt Bronnen, Alfred Kerr, Thomas Mann, Kurt Tucholsky u.v.a.m. - bewunderte, sein Schaffen aber "in hohem Maße an die Person des Darstellers gebunden" sah. Ähnliches behauptete man zunächst ja auch von Johann Nestroy, durchaus ein Wesensverwandter, wenn es darum geht, durch das zwischen selbstgenügsamem Spaß und satirischer Schärfe changierende Spiel mit der (gesprochenen) Sprache die Substanz sozialer Unterschiede freizulegen.

Im Vergleich

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