Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 22/07 vom 30.05.2007

Chen Zhen Zehn Jahre zu spät, möchte man einwerfen, wenn die Kunsthalle jetzt eine Retrospektive des Chinesen Chen Zhen (1955-2000) präsentiert. Nicht umsonst erlebte der 1986 nach Paris emigrierte Künstler in den Neunzigerjahren seine größten Erfolge: Identitätsfragen standen damals fast täglich auf der Speisekarte der Museumsbesucher. Chen Zhens große Installationen behandeln Fragen zur Körperthematik ebenso wie zum Wesen der Kultur. Der studierte Bühnenbildner ruft mit seinen bedeutungsschwangeren Skulpturen ebenso diffus die chinesische Kultur auf, wie es sein russischer Kollege Ilya Kabakov mit dem Sowjetreich tat. Allerdings ging es bei Kabakov um Ideologie und deren alltägliche Ausprägung, während die wenig politische Kunst von Chen Zhen so wirkt, als würde er an einen Kern kultureller Identität glauben. Für den Westler sind Taoismus oder chinesische Heilkunst schwer zu fassen, aber trotzdem positiv besetzt. Wenn sich Chen Zhen auf die Veränderungen seines Heimatlandes


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