Film

Teufel im Detail

Kultur | Michael Pekler | aus FALTER 22/07 vom 30.05.2007

David Finchers "Zodiac" ist ein eigenartiger Film. Nicht in dem Sinn, wie man etwa David Lynchs Filme eigenartig findet, sondern in der Art, wie Fincher sich Mechanismen des amerikanischen Erzählkinos zu eigen macht, um das im Normalfall dort Nebensächliche sichtbar zu machen. In "Zodiac" ist das die als mühsame Arbeit dargestellte Jagd nach jenem Serienkiller, der in den späten Sechzigern und Siebzigern in Kalifornien eine blutige Spur hinterließ, scheinbar wahllos vor allem Jugendliche tötete und dessen Identität bis heute nicht geklärt ist. Ein Journalist, ein Zeichner und zwei Polizisten (Jake Gyllenhal, Mark Ruffalo, Robert Downey Jr. und Anthony Edwards) verfolgen den Fall - so lange, bis sie selbst an ihm mehr oder weniger zerbrechen. Die Morde und die rätselhaften Chiffren, die der Killer - übrigens auch Vorbild für den "Scorpio"-Mörder aus "Dirty Harry" - den Zeitungen zur Veröffentlichung zuspielt, sorgen dabei weniger für Spannung als der unheimliche Stillstand, wenn die Jäger jahrelang auf der Stelle treten. Das überrascht bei dem für sein körperlich-affektives Kino bekannten Fincher doch einigermaßen, und wenngleich "Zodiac" aus dieser inneren Dynamik und der Besessenheit des Regisseurs für Stoff und Details mitunter beachtenswertes Potenzial schöpft, drängt sich im Laufe des Films doch zunehmend der Vergleich zwischen Verfolgern und Regisseur auf: Denn wie seine Titelfigur lässt sich auch der Film "Zodiac" am Ende nie wirklich fassen.

Ab 1.6. in den Kinos (OF im Artis).


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