Nüchtern betrachtet

Die Gesellschaft könnte mich brauchen

Kultur | aus FALTER 22/07 vom 30.05.2007

Obwohl ich keinerlei Ehrgeiz habe, als "Österreichkritiker" apostrophiert zu werden (wenn schon, dann "Weltkritiker", eigentlich aber lieber "Vizekonsul des Lichts"), bin ich keineswegs mit allem einverstanden. Ich finde es zum Beispiel - nimm das, Austropurist! - echt ätzend, dass es hierzulande umöglich ist, früh aufzustehen. Unlängst verließ ich um halb sechs das Bett, was doch ziemlich früh ist, auch wenn die selbstgefälligen Gesinnungsproletarier mich jetzt wieder an die alleinerziehenden Mütter erinnern werden, die in den Filialen der Brotbackketten malochen müssen. Hätten sie halt was Gscheites gelernt und den Kindsvater etwas sorgfältiger ausgewählt! Außerdem muss wegen mir niemand in aller Herrgottsfrüh Aufbacksemmeln in den Ofen schieben, ich esse Toast und Schwarzbrot.

Ich verrenne mich. Was ich eigentlich sagen wollte: Nicht genug, dass das Frühaufstehen aufgrund der neoliberalen Sommerzeit luxmäßig eh keinen Unterschied mehr macht, tun das bis auf ein paar


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