Fragen Sie Frau Andrea

Butchige Komplikationen

Stadtleben | aus FALTER 22/07 vom 30.05.2007

Liebe Frau Andrea,

eben lese ich im "Falter" Ihre erhellenden Ausführungen zum Thema "Stiefmuttertägliches". Meine Zwillingshalbschwester hat zu diesem Thema einiges durcheinandergebracht, weshalb ich Sie neuerlich bemühen muss. Nicht ihr Vater, schon seit langem der Familie abtrünnig, sondern unsere mittlerweile lesbische Mutter hat eine neue Freundin in den Haushalt gebracht. Insofern ist die Frage dahingehend abzuändern, ob, wie von Ihnen dargelegt, als Stiefmutter nur die neue Ehefrau des eigenen Vaters gilt oder ob dieser Status auch jener der eigenen Mutter zukommt, denn die beiden haben vor Kurzem in Spanien geheiratet. Komplizierend kommt hinzu, dass Margot - die neue Gattin meiner Mutter - früher mit meinem Farbtherapeuten Dr. Sauerzopf verehelicht war, der über sie sagt, sie sei ein "kesser Vater", mir aber eine nähere Erläuterung dieser Bezeichnung schuldig blieb. Müsste ich Margot jedoch als Stiefvater akzeptieren, würfe das die Zusatzfrage auf, ob ich ihr dennoch Stiefmütterchen schenken könnte, und wenn ja, zum Mutter-oder zum Vatertag?

Mit herzlichen Grüßen,

La Ruina,

Castello Sezzate, Toscana

Carissima Ruina,

zum Familienglück räte ich dieses: Kessen Vätern (maskulinisierte Lesben, im englischen Butches genannt) schenkt man am Vatertag, dem zweiten Sonntag im Juni. Und zwar Rasierwasser und Partagas. Sollte Margot stiefväterliche Gefühle entwickeln, könnten Sie sie ihr zu einem butchigeren Vornamen raten. Kerl, Hartmann und Burschi wären keine falsche Wahl.


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