Ungarn schäumt

Politik | Donja Noormofidi | aus FALTER 23/07 vom 06.06.2007

NACHBARN I Eine ungarische Kleinstadt leidet unter steirischem Dreck und bangt um den Tourismus.

László Cziráki bückt sich und hebt mit einem Holzbrett vorsichtig Schaum von der Wasseroberfläche. Er ist gelblich und wackelt fast wie Pudding. "Wenn die Fischer früher hundert Kilo Fisch aus der Raab geholt haben, sind es heute nur noch zwanzig", schimpft Cziráki, Präsident des Anglerverbandes Szentgotthard. Trotz des Schaumes, der hier an die Ufer der Raab geschwemmt wird, haben sich an diesem Tag zwei Männer eingefunden, um zu angeln. Arbeitslose, die nichts Besseres zu tun hätten, meint Cziráki. "Früher konnten sich arme Leute durch den Fisch aus der Raab Geld für Nahrungsmittel sparen, heute geht das nicht mehr." Vorsichtig balanciert er den Raabschaum auf dem Holzbrett, als er die steile Uferböschung hinaufklettert, und lässt ihn in eine Wanne im Kofferraum des Wagens gleiten. Der Schaum kommt mit zur Demonstration.

An diesem Tag trifft sich in Szentgotthard, unweit der österreichischen


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