Grenzerfahrung

Politik | Matthias Revers | aus FALTER 23/07 vom 06.06.2007

NACHBARN II Persönliche Geschichten aus dem österreichisch-slowenischen Grenzgebiet decken dunkle Kapitel der Region auf.

Man hat uns das Slowenische genommen und uns nichts dafür gegeben", sagt Andreas Tscheppe. Die relativ willkürliche Grenzziehung zwischen Österreich und Jugoslawien am Ende des Ersten Weltkriegs hat auf beiden Seiten Minoritäten produziert. Minoritäten, denen man einen Teil ihrer kulturellen Identität wegnahm, Familien wie die Tscheppes, die seit jeher Deutsch und Slowenisch sprechen und in Österreich verblieben. Die Ignoranz Österreichs gegenüber der slowenischen Kultur und ihren Kulturschaffenden macht den südsteirischen Weinbauer hingegen wütend: "Solch große Geister und wir erfahren nichts von denen! Das ist bei weitem das größere Vergehen, als keinen Slowenisch-Unterricht anzubieten."

Das Gespräch mit dem vor zwei Jahren verstorbenen Tscheppe ist eines von dreißig Interviews mit sogenannten "multiplen Identitäten", die seit 2002 zwischen Graz und


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