In der Strudelzeit

Kultur | Paul Jandl | aus FALTER 23/07 vom 06.06.2007

ESSAY Graz ist längst einer der Fixpunkte in einem plurizentrischen Europa. Aber manchmal ist es eben nur das Zentrum seiner selbst. Ein Blick von außen.

Städte, die sich selbst genügen, haben es leicht. Sie heißen einfach Imst oder Attnang-Puchheim und müssen sich den Kopf nicht darüber zerbrechen, wie sie sind - denn sie sind ohnehin einfach so. Graz ist anders. Was hat diese Stadt in den vergangenen Jahrzehnten an Mühen auf sich genommen, um sich immer wieder neu zu erfinden. Dabei muss man gar nicht vom Kulturhauptstadtjahr reden. Zwei würdige Anthologien wurden bisher auf den Markt gebracht. Die eine heißt "Graz von innen" und die andere, in schöner Konsequenz, "Graz von aussen". "Graz von innen" und "Graz von aussen", das klingt ohne Zweifel vielversprechender als "Klagenfurt von innen" und "Klagenfurt von aussen". Aber warum? Ich beginne mit einer Behauptung. Graz ist eine Stadt, die ein Bild von sich hat. Ein Bild, an dem man ernsthaft arbeitet. Man macht ein paar Striche


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