Anarchie im Mürztal

Thomas Wolkinger | Kultur | aus FALTER 23/07 vom 06.06.2007

KUNSTHAUS Ein Haus in der Obersteiermark leistet beständig Widerstand. Gegen den Kleingeist, gegen den Größenwahn und gegen den Peter-Rosegger-Kult. Derzeit mit einer neuen Jahresausstellung.

Wenn Robert Lotter zum Fundament seiner Arbeit kommt, verweist er gerne auf Leopold Kohr. Der Ökonom und Philosoph, der in seinem Buch "Das Ende des Großen" schon 1957, lange bevor "small is beautiful" zum Slogan wurde, schön über kleine Strukturen dachte, war bis zu seinem Tod 1994 mehrmals im obersteirischen Mürzzuschlag zu Gast und hat dabei deutliche Spuren hinterlassen. Hier hat der Träger des Alternativen Nobelpreises sein "Akademisches Wirtshaus" erprobt und den geistigen Freiraum mitdefiniert, der Lotter wichtig ist. "Nur eine autonome Position sichert eine gedeihliche künstlerische und wissenschaftliche Arbeit", sagt Lotter, der das zur Landesausstellung "Sport - Sinn und Wahn" eröffnete Haus in der Graz-fernen Obersteiermark seit bald 15 Jahren autonom und gedeihlich als kunsthaus

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