Stopp! Déjà-vu!

Kultur | Christian Maier | aus FALTER 23/07 vom 06.06.2007

SOZIOKULTUR Das Stück "Kein Kies zum Kurven Kratzen" zeigt auch die Chancen und Grenzen interaktiven Theaters auf.

Es ist eine unbekömmliche Kost, die den Zuschauer bei der Premiere von "Kein Kies zum Kurven Kratzen" erwartet. Das Stück zeigt in nüchternen, kleinen Sequenzen den rapiden Abstieg einer Familie, die, einmal aus dem Arbeitsprozess geschleudert, keinen Weg zurück in den Alltag findet. Zweifelhafte AMS-Maßnahmen und ungeduldige Banken lähmen die Protagonisten - am Ende steht der Ruin. Das Publikum reagiert auf das Gebotene nachdenklich. Erst dreißig Sekunden nach Ende des Stücks setzt der Applaus ein. Den Laiendarstellern, die selbst an der Armutsgrenze leben, ist diese Reaktion recht. Sie haben "Kein Kies" zusammen mit anderen Arbeitslosen, geringfügig Beschäftigten und Leiharbeitern in einem vom Soziokultur-Verein InterACT initiierten Workshop entwickelt. Der Prozess war von heftigen Debatten geprägt: Persönliche Erlebnisse wurden in das Stück eingearbeitet, manchen


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