Kunstraub verjährt nicht

Vorwort | Wolfgang Zinggl | aus FALTER 23/07 vom 06.06.2007

KOMMENTAR Wenn Kunstgegenstände geraubt wurden, müssen wir sie zurückgeben. Eine Replik auf Wolfgang Feest.

Erstens Afrika. Weil wir im Völkerkundemuseum auf die Kunstwerke des alten Königreichs Benin stoßen, die 1897 von den Briten als Kolonialmacht geraubt worden waren. Dieser Tage war Prinz Gregory I. Akenzua extra in Wien, um darauf hinzuweisen, dass er zumindest ein, zwei Objekte gerne zurückhätte. Das würde die kulturelle Identität seines Volkes nach dem Kolonialismus wieder stärken - und wer möchte schon auf geraubte Schätze stolz sein?

Zweitens Mexiko. Auch die sogenannte "Federkrone des Montezuma" befindet sich im Völkerkundemuseum, ist aber kein geraubtes Gut und braucht daher auch nicht rückerstattet zu werden. Mexiko hat Österreich vielmehr um diesen Kopfschmuck eines Priesters gebeten, weil er für die indianischen Einwohner kultischen Wert hat. Für die Nachkommen der Azteken besitzt dieser Kopfschmuck ähnlich große Bedeutung wie die Schwarze Madonna von Tschenstochau


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