Standpunkt

Die Islamlobby

Politik | aus FALTER 23/07 vom 06.06.2007

Der Islam, eine totalitäre Ordnung? Heinz Christian Strache hat das gesagt - und die SPÖ hat ihn dafür als Rassisten beschimpft. Ist es so einfach? Ein Beispiel: Vergangenen Freitag lud Irans Kulturabteilung in Wien zu einem dieser "offenen Dialoge". Muslime, Protestanten und Katholiken beschworen die Toleranz ihrer Religionen - und den Werteverfall der "Fun-Gesellschaft". Männer und verschleierte Frauen saßen, nach Geschlechtern getrennt, im Saal. Und hinten lagen für alle Folder auf, in denen Frauen erklärt wurde, dass sie sich mit Kopftuch und grauem Mantel zu kleiden hätten, da dies erstens ein göttliches Gebot und zweitens der beste Schutz gegen Vergewaltigungen sei. Daneben Broschüren, in denen die "atomare Selbstbestimmung" des Iran bejubelt wird. Keiner der Wohlmeinenden im Saal sprach die Unterdrückung der Iraner durch die Mullahs an. Wo die Anständigen schweigen, melden sich die Rabauken zu Wort. Der Islam, sagt Strache, sei ein "totalitäres Gesellschaftssystem". Ganz falsch ist das ja nicht. Islamische Gottesstaaten sind nicht gerade für Toleranz und Rechtsstaatlichkeit berühmt. In Wien verteilen die Emissäre solcher Staaten Broschüren. Den Islam als "Paradebeispiel an Toleranz" zu bezeichnen, wie dies die Islamlobby der SPÖ nun tut, ist solidarisch gemeint, greift aber zu kurz, ja es ist naiv. Von solcher Solidarität hat die Masse der von den Mullahs unterdrückten Muslime und Muslimas nämlich nichts. F. K.


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