Buch der Stunde

Nicht so schlimm!

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 23/07 vom 06.06.2007

Die letzten Jahre haben dem in Frankfurt am Main lebenden Wilhelm Genazino steigende Beachtung und in konsequenter Folge den Büchner Preis (2004) eingebracht, was der 1943 in Mannheim geborene Schriftsteller der wachsenden Leserschaft durch eine in ihrer Verlässlichkeit an Woody Allen erinnernde Produktivität vergilt. Alle zwei Jahre erscheint ein eher schmal gehaltener Roman: "Ein Regenschirm für diesen Tag" (2001), "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" (2003), "Die Liebesblödigkeit" (2005) und nun "Mittelmäßiges Heimweh". Als Protagonist erleidet der 43-jährige Dieter Rotmund nicht nur den schmerzfreien Verlust eines Ohres und einer kleinen Zehe, sondern auch den Zusammenbruch einer Ehe und damit eines irgendwie als intakt imaginierbaren Familienlebens, das an den Wochenenden im Schwarzwald stattzufinden hat. Dort leben Tochter und Gattin, wobei Letztere das von Rotmund herangeschaffte Geld weitgehend reuelos verbraucht und auch ansonsten entschieden einen an der Waffel hat.

Während


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