I wonder who I am

Michael Pekler | Kultur | aus FALTER 23/07 vom 06.06.2007

FILM Das Festival Identities zeigt nicht nur aktuelle Beispiele für Queer Cinema, sondern auch historische Fundstücke aus den Siebzigern: über frühe Filme von Penelope Spheeris und Chantal Akerman.

Verloren blickt die junge Frau am Ende des Films aus dem Fenster. Ein Moment der Stille, eine der wenigen Großaufnahmen ihres Gesichts. Im nächsten Moment tanzt sie mit nacktem Oberkörper und Jeans, posiert mit den Armen und bewegt die Hüften im Takt der Musik. Dann plötzlich wieder Stille und eine Stimme aus dem Off: "Sometimes I wonder who I am. I began to realize that I don't know." Die Rückkehr in die Wirklichkeit ist hier begleitet vom Gefühl des Verlusts und der Unsicherheit. Doch den Traum zu leben, und davon erzählt dieser Film, lohnt sich dennoch.

Es ist eine der schönsten Szenen in Penelope Spheeris' "I Don't Know", ein zwanzigminütiges, mittlerweile historisches Dokument aus dem Jahr 1972, in dem die Filmemacherin nicht das, sondern eben ein ganz bestimmtes anderes Lebensgefühl

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