Vergiftete Brunnen


Matthias Dusini

Kultur | aus FALTER 23/07 vom 06.06.2007

KUNST Kurator Roland Schöny organisierte neue Kunst auf Wiens Plätzen. Der für die Kunst im öffentlichen Raum zuständige Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny ließ ihn nun fallen wie eine heiße Kartoffel.

Leise plätschert der Brunnen vor dem Tore des Bundeskanzleramtes. Der Künstler Hans Muhr stellte ihn 2000 hier ab. Die "Wellenwasserskulptur" ist einer von über hundert über die Stadt verteilten Muhr-Brunnen; Altbürgermeister Helmut Zilk war ein großer Fan des heute 73-jährigen Grazers. Die in weichen, organischen Formen modellierten Wasserspender gehören zu einem Genre, das meist nur bei seiner Einweihung die Aufmerksamkeit auf sich zieht: zur Kunst im öffentlichen Raum (KÖR). Rund 800.000 Steuereuro kostete Zilks Wasserspiel.

Als Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) kurz nach der Brunnenenthüllung zum Kulturstadtrat ernannt wurde, hatte er die Idee, eine neue Organisationsstruktur für ähnliche Kunstprojekte zu schaffen. Damit nicht noch mehr unnötige, willkürlich von Exbürgermeistern,

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