Film

Franzi goes to Hollywood

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 23/07 vom 06.06.2007

Weil in jeder Trilogie Teil 3 zum Ursprung zurückführt, spielt, ,Ocean's 13" wieder in Las Vegas, wo schon die Gentlemanganoven- und Freakteamwork-Etüden von, ,Ocean's 11" stattfanden. Vielleicht hat diese Art von Kino ihren Ursprung auch anderswo, etwa in der Nähe von Nummernrevuen der Antel'schen Art, die ebenfalls Gaudiwurzencliquen von kostümierten Publikumslieblingen beim Durchziehen gewagter Coups und Täuschungsmanöver zelebrierten. Brad Pitt in Ökoguru-Outfit und Matt Damon mit Gummilangnase als spätes Pendant von Paul Löwinger im Erbtanten-Drag?

De facto geht, ,Ocean's 11 bis 13" ja auf, ,Frankie und seine Spießgesellen" von 1960 zurück. Allein: War Frankieboy Sinatras Rat Pack eine Avantgarde neuer Formen flexibler, ,Projektarbeit" und Selbstperformance, so sind George Clooneys coole Clowns heute die Stilpolizei, die uns die längst verbindliche Normalität dieses Habitus einbläut. Und während Frankieboy Antels Irrwitz sich aus einer versetzten Sichtweise noch verkulten lässt, signalisiert Steven Soderberghs Filmdesign in jeder kunstvoll-wurschtigen Volte und Textur, dass es solches Zutun unsererseits nicht braucht, weil es sich eh schon selber super findet. Dieser Film will nichts von uns: nicht unseren Spaß, nicht unser Denken oder Empfinden, nur unser Geld.

Ab 7.6. im Kino (OF in Burg und Haydn).


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