Wahlen im Krieg


Raimund Löw

Vorwort | aus FALTER 24/07 vom 13.06.2007

AUSLAND Ein Jahr vor den US-Präsidentschaftswahlen scheint nur eines klar: 2008 wird ein Schlüsseljahr. Wie 1968.

Beim Demokratischen Wahlparteitag in Chicago 1968 ließ Bürgermeister Richard Daley, ein Verbündeter von Lyndon B. Johnson, Tausende jugendliche Demonstranten durch seine Polizei verprügeln. Mit der Ermordung von Robert Kennedy hatten die Demokraten einen charismatischen Erneuerer verloren. Hubert Humphrey, der Kandidat des Parteiestablishments, stand unter Dauerbeschuss der Antikriegsfraktion um Senator Eugene McCarthy und ging schließlich gegen den hartgesottenen Republikaner Richard Nixon, der Frieden in Vietnam versprach, unter. Die politischen Vorzeichen werden vierzig Jahre später andere sein. Aber eine Kombination von Krieg und unklaren Machtverhältnissen in beiden Parteien vor dem Hintergrund einer zutiefst aufgewühlten Öffentlichkeit macht die amerikanische Politik 2007/2008 unberechenbar wie schon lange nicht.

George Bush hatte Anfang des Jahres gehofft, die

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