Presseschau

Medien | Gerald John | aus FALTER 24/07 vom 13.06.2007

Der 7. Juni war ein denkwürdiger Tag: Wolfgang Fellner hat sich entschuldigt. Der großmäuligste aller Medienmenschen sagte seinen Lesern "Sorry" für eine Ente, die sich beim besten Willen nicht mehr zur Halbwahrheit drehen lässt. Die Tageszeitung Österreich hatte, genauso wie das Ex-Fellner-Produkt News und die Kronen Zeitung, den Tenor Neil Shicoff voreilig als neuen Operndirektor abgefeiert - tatsächlich haben Dominique Meyer und Franz Welser-Möst den Job bekommen. Die abgestunkenen Auguren sind nun mächtig angefressen. Alfred Gusenbauer selbst habe hinter den Kulissen versichert, dass Shicoff das Rennen mache, rechtfertigt sich Fellner und schimpft: "Fix" bedeute bei "diesem Kanzler" offenbar keinenfalls "sicher". Mag ja sein. Ohne handfesten Beleg sollten Zeitungen allerdings auch nicht mit Schlagzeilen klotzen, wie: "Neil Shicoff wird Herr am Ring". Egal, ob Gusenbauer aus hehren Motiven oder aus Schwäche von seinem Freund Shicoff abgerückt ist: Einen SPÖ-Kanzler, der nicht nach ihrer Pfeife tanzt, sind die Blattmacher vom Boulevard nicht gewöhnt.


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