Lob des Umfallers

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 24/07 vom 13.06.2007

Staatsoper Die Direktorenkür geriet zum Lehrstück über die Unzulänglichkeiten der politischen und der journalistischen Kultur Österreichs.

Dass die Nachbesetzung des Wiener Staatsoperndirektors eine veritable Staatsaffäre sei, scheint so selbstverständlich, dass man ungestraft den superlativischsten Unsinn schwatzen kann: "Das spannendste Rätselraten der jüngeren Kulturgeschichte" sei nun zu Ende, verkündete Christoph Hirschmann in Österreich - und unterließ den Hinweis, ob er diese nun mit der Jungsteinzeit oder der industriellen Revolution beginnen lässt.

Vielleicht hängt es mit dem Rohstoff der Oper, den großen Gefühlen, zusammen, dass solche auch gerne mobilisiert werden, sobald es um die Institution Oper geht. Die Kräfte des kühlen Verstandes hat die Debatte um die Nachfolge des Langzeitstaatsoperndirektorrekordhalters Ioan Holender jedenfalls nicht befördert. Dass Alfred Gusenbauer seine Freundschaft mit Neil Shicoff vor und nach errungener Kanzlerschaft bereitwillig

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