Neue Bücher

Kultur | aus FALTER 24/07 vom 13.06.2007

Roman

Ornela Vorpsi:

Das ewige Leben der Albaner

"Gewisse Regeln entstehen in der Mentalität eines Volkes auf ganz natürliche Weise, sie wachsen wie die Blätter am Baum. Diese Regeln beruhen bei uns allesamt auf einer einzigen Annahme: Ein hübsches Mädchen ist eine Hure, ein hässliches - die Ärmste! - ist keine. "

Gleich zu Beginn schlägt die 1968 in Tirana geborene, 1991 nach Mailand ausgewanderte und heute in Paris lebende Ornela Vorpsi jenen zwischen Pseudonaivität und Sarkasmus oszillierenden Ton an, der typisch ist für dieses schmale Buch. Angeblich ist es ein Roman, tatsächlich handelt es sich um ein Patchwork von Anekdoten und kurzen, wohl der eigenen Biografie entlangerzählten Episoden, die einmal den Irrtum von der Prüderie des Totalitarismus widerlegen: Die bigotten, verdrucksten Machos haben sowieso nur eines im Kopf, aber auch die pubertierenden Schülerinnen sind stark mit dem "prächtigen Arsch" der Klassenkollegin befasst. Neben sexuellen Fantasien blühen Verrat


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