Der Menschenseher

Stadtleben | Martina Stemmer | aus FALTER 24/07 vom 13.06.2007

FRANZ HUBMANN (1914-2007) Vergangene Woche ist der Doyen der österreichischen Fotografie in seiner Lieblingsstadt gestorben.

An Wien haben sich viele Kollegen die Zähne ausgebissen. Wenn man von Wien nicht Äußerlichkeiten haben, sondern den Menschen sehen will, muss man etwas wissen. Vorher schon. Dieses merkwürdige Wienerische, was uns oft angelastet wird, wo ich oft sag:, Ihr seids ja blöd, es lässt sich nirgends so gut leben wie hier.' Dieses Merkwürdige an Wien, das kommt vielleicht bei meinen Bildern heraus", sagte Franz Hubmann 1999 im Falter anlässlich seines 85. Geburtstages. Der Doyen der österreichischen Fotografie spazierte noch als Hochbetagter durch seine Stadt - mit umgeschnallter Leica, stets bereit, das Merkwürdige an Wien für die Nachwelt auf Film zu bannen. Schärfe war ihm dabei nie besonders wichtig. Und geblitzt hat er prinzipiell nicht, nicht einmal nachts. Vergangenen Samstag ist der geborene Ebreichsdorfer und gelernte Wiener im Alter von 92 Jahren gestorben.


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