Bloße Bilder

Kultur | Thomas Wolkinger | aus FALTER 24/07 vom 13.06.2007

DOCUMENTA Die Arbeit der Camera Austria spricht seit Jahrzehnten für sich, ganz ohne Getöse. Derzeit auch in Kassel.

Es ist nicht unverdächtig, wenn sich künstlerische Praxis ganz groß das Wort Internationalität auf die Fahnen heften muss. Hinter der lauten Selbstbehauptung steckt oft nicht mehr als der Versuch, das Wünschenswerte zum Tatsächlichen zu stilisieren. Die Camera Austria, Zeitschrift und Ausstellungsraum im Grazer Kunsthaus, hat derlei Täuschungsmanöver nie nötig gehabt. Seit mehr als dreißig Jahren haben Christine Frisinghelli und ihre Mitarbeiter das Medium Fotografie im Kontext zeitgenössischer Kunst beharrlich und ohne großes Getöse ausgelotet und dabei ein dichtes Netz von Beziehungen geknüpft, die Atlantik und Pazifik wie selbstverständlich überspannen. Ein Beispiel: Die aus dem Algerien-Archiv des französischen Soziologen Pierre Bourdieu gespeiste Camera-Austria-Ausstellung "In Algerien. Zeugnisse einer Entwurzelung" war seit 2003 weltweit 16-mal zu


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