Spielplan

Kultur | Gregor Schenker | aus FALTER 25/07 vom 20.06.2007

Der Grazer Burggarten ist eine der reizvollsten Kulissen für Sommertheater. Und kein Stück eignet sich dafür prächtiger als Shakespeares Sommernachtstraum (bis 30.6.). Diesen Vorteil nützt das Ensemble der Kunst-Uni und tollt sprachlich sattelfest in witzigen Kostümen von Lena Gätjens durch die Wasserkanäle, Haine und Büsche. Verspielt choreografiert Regisseur Axel Richter seinen Zirkus und bedient sich des oft verwendeten Kniffs, verschiedene Figuren zusammenzuziehen. Dabei präsentiert sich Theseus/Oberon als Direktor, Philostrat/Puck als Dressurreiter. Und das herumirrende Vierergespann als pubertierende Kinderschar aus betuchtem Hause. Für die Handwerkerszenen schlüpfen die Darsteller aus ihren Rollen und präsentieren sich als das, was sie eigentlich sind: Schauspielstudenten, in deren Mitte István Vincze als ernsthaft verletzlicher Zettel umso komischer heraussticht. Bei dieser selbst- und theaterreferenziellen Inszenierung ist es kein Schaden, als Zuschauer das Stück zu kennen. Auf jeden Fall ist diese Nacht für den sonst meist eher trüben Grazer Theatersommer ein unvorhergesehen romantischer, unterhaltsamer Traum.


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