Waldheim und sein Bild

Politik | Armin Thurnher | aus FALTER 25/07 vom 20.06.2007

KURT WALDHEIM 1918-2007 Der Konflikt um den verstorbenen Präsidenten war schrill, antisemitisch und hysterisch. Das lässt sich im Tod nicht mehr korrigieren. Aber Waldheims Versuch verdient Achtung.

Nachrufe eignen sich schlecht zum Begleichen von Rechnungen. Kurt Waldheim war Bundespräsident, aber als solcher bleibt er nicht in Erinnerung. Die Bundespräsidenten der Zweiten Republik waren Staatsmänner von mehr oder weniger unumwölkter Sonnigkeit, von getragenem Ernst, allenfalls Objekt harmloser Witze, immer aber Ikonen des Common Sense. Kurt Waldheims Bild steht für Zwist und Zerrissenheit. Das wirkt so sehr nach, dass die Nachrufe seiner Verteidiger bei aller solchen Gelegenheiten angemessenen Verlogenheit äußerst merkwürdig klingen. Sie verteidigen ihn noch immer, obwohl ihn niemand mehr angreift.

Eine Rettung des Waldheim-Bildes ist denn auch nicht zu haben. Er war ein Diplomat, aber auch ein Politiker, und als solcher Mittel zum Zweck beim Kampf um die politische Macht. Seiner


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