Presseschau

Medien | Gerald John | aus FALTER 25/07 vom 20.06.2007

"Manch Junge saufen bis zum Koma; nie tut der Opa das noch Oma. Wenn Junge Wahlrecht jetzt erhalten, könnt' man gleich nehmen es den Alten!" Diesen Schmonzes hat ausnahmsweise nicht die Krone, sondern die im Besitz der Republik befindliche Wiener Zeitung zusammengereimt. Erwin Buchinger hat nicht gelacht. "Wir dürfen keinerlei Infragestellung des demokratischen Prinzips in Österreich dulden", wettert der Minister und schießt sich auf Chefredakteur Andreas Unterberger ein, den die SPÖ schon länger im Visier hat. Der erzkonservative Schreiber bekommt nun Rückhalt von liberaler Seite. Im Sinne der Pressefreiheit solle Unterberger auf jeden Fall bleiben, bis sein Vertrag ausläuft, kommentiert der Standard - und hat Recht. Kritik dürfen Politiker schon üben; wenn die Wiener Zeitung wie im Jänner den Kommentar des Anwalts eines Holocaust-Leugners abdruckt, dann muss die Republik sogar Einspruch erheben. Lässt Unterberger so etwas mehrmals durchgehen, sollte er gehen. Wenn aber Spitzenpolitiker Journalisten aus läppischem Anlass persönlich angreifen, dann riecht das nach hinterfotziger Kampagne. .


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