Kommentar

Festwochen: viel Inhalt, wenig Theater

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 25/07 vom 20.06.2007

Geht es nach dem Programm der diesjährigen Wiener Festwochen, dann hat sich das postdramatische Theater durchgesetzt. Aber hören Sie jetzt bitte nicht gleich zu lesen auf, es ist halb so schlimm, wie sich das anhört. Mit dem seit einigen Jahren schicken Begriff "postdramatisches Theater" ist nichts anderes als ein Theater gemeint, in dem der Stücktext (also das Drama) keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt. Und von den 25 Schauspielproduktionen, die die Festwochen heuer im Programm hatten, entsprachen nur zwei den herkömmlichen Vorstellungen eines Theaterabends: Shakespeares "König Lear" im Burgtheater und Brechts "Baal" in einem Gastspiel aus Paris.

Der große Rest waren Aufführungen, die entweder ganz ohne Worte auskamen oder mit selbst entwickelten, recherchierten beziehungsweise collagierten Texten arbeiteten, sowie Adaptionen von Filmen ("Szenen einer Ehe") oder Romanen ("Nord", "Gatz"). So weit wie diesmal hatte sich die kurz vor Beginn der Festwochen tragisch verstorbene

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