Der kühle Kristall

Franz Koglmann | Kultur | aus FALTER 25/07 vom 20.06.2007

MUSIK Der Altsaxofonist Lee Konitz, 79, der dieser Tage in Wien gastiert, ist einer der letzten Exponenten einer heroischen Jazzära. Eine Hommage an ein Leitgestirn des Cool Jazz, ein Vorbild, einen Freund.

Juni 1994, in Walter Famlers Proberaum, einer ehemaligen Tischlerei in der Rembrandtstraße: Burkhard Stangl schenkt Lee Konitz aus unserem "Dienstwein" genannten Veltliner ein Gläschen ein. Pink-Panther-Tenorsaxofonist Tony Coe, der diesen Brauch schon von diversen Monoblue-Proben kennt, grunzt zustimmend, während der Berliner Bassist Klaus Koch als längst Bekehrter - durch das Monoblue Quartet mutierte er vom Bier-zum Weintrinker - das erste Achtel schon hinter sich hat.

Lee Konitz, der große Stilist des Altsaxofons, der "coole" Antipode Charlie Parkers, einer der ersten "Free"-Musiker (1949! - mit Lennie Tristano) bei Wiener Proben, die als Vorbereitung für Konzerte sowie Aufnahmen für die CD "We Thought about Duke" im Gange sind. Nach einem Vorschlag des Produzenten Werner Uehlinger

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